Trotz Verletzungspech: Waldviertels Volleyball-Nachwuchs mischt Österreichs Spitze auf

Die Nachwuchsarbeit von Union Volleyball Raiffeisen Waldviertel trägt weiterhin starke Früchte: Gleich zwei Burschenmannschaften qualifizierten sich heuer für die österreichischen Meisterschaften (ÖMS) in den Altersklassen U18 und U14. Dass beide Teams zu den besten Mannschaften Österreichs zählen, bestätigt den nachhaltigen Weg, den der Verein seit Jahren konsequent verfolgt. Gleichzeitig stellte das Wochenende den Verein vor eine enorme logistische Herausforderung, da parallel auch die U14-Mädchen bei den ÖMS im Einsatz waren.

Die U18-ÖMS in Amstetten standen für die Waldviertler allerdings unter keinem guten Stern. Besonders schwer wog der Ausfall von Topspieler Martin Poinstingl, der nach einem Bauchmuskel-Faserriss nicht aktiv eingreifen konnte. Der Ausnahmeangreifer begleitete das Team zwar als Co-Trainer, fehlte aber als verlässlicher Punktelieferant und absolute Schlüsselfigur auf dem Feld enorm. Zusätzlich mussten drei weitere Spieler ersetzt werden, wodurch zahlreiche Rochaden innerhalb der Mannschaft notwendig wurden. Spieler mussten auf ungewohnten Positionen aushelfen, um die entstandenen Lücken zu schließen.

Die Mannschaft, die in den vergangenen Jahren mehrfach zu den besten Teams Österreichs gehörte und bereits Medaillen bei ÖMS gewinnen konnte, belegte diesmal Rang zwölf. Trotz des Ergebnisses bleibt die Teilnahme an der Endrunde ein großer Erfolg, denn damit zählt das Team weiterhin zu den zwölf stärksten Mannschaften Österreichs. Besonders wertvoll war das Turnier für einige jüngere Spieler, die wichtige Erfahrungen auf höchstem Nachwuchsniveau sammeln konnten.

Trainer Mitch Peciakowski sieht weiterhin großes Potenzial in der Mannschaft: In kompletter Besetzung habe dieses Team laut ihm sogar das Niveau für ein Finale. Unterstützt wurde das U18-Team dabei von Bundesliga-Libero Paul Kiss, der als Headcoach fungierte. Der junge Spieler arbeitet bereits das gesamte Jahr im Nachwuchsbereich mit und sammelte nun wertvolle Erfahrungen als Trainer. Genau diese Entwicklung eigener Coaches ist ein wichtiger Bestandteil des Waldviertler Konzepts, das nicht nur Spieler, sondern auch Trainer langfristig aufbauen möchte.

Auch die U14-Burschen zeigten bei den ÖMS in Graz starke Leistungen. Nach dem sensationellen fünften Platz im Vorjahr verlief das Turnier diesmal zwar etwas schwieriger, dennoch erreichte das Team unter 16 Mannschaften den starken neunten Platz. Besonders bemerkenswert: Von fünf Spielen konnten drei gewonnen werden. Eine kurzfristige Änderung im Spielplan brachte zudem einen stärkeren Gegner, wodurch der Weg zu einer noch besseren Platzierung zusätzlich erschwert wurde.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Leistungsdichte im österreichischen Nachwuchsvolleyball enorm hoch ist. Zwischen Rang vier und zehn liegen oft nur Kleinigkeiten, Tagesform und wenige Ballwechsel entscheiden über Sieg oder Niederlage. Auch die U14 hatte mit gesundheitlichem Pech zu kämpfen: Leader Lorenz Paumann fiel aufgrund einer langen Krankheit über zwei Monate im Trainingsbetrieb weitgehend aus. Trotz fehlender Trainingspraxis zeigte er bei den Meisterschaften eine starke Leistung, dennoch fehlten dem Team über Wochen wichtige Ballkontakte und die Präsenz seines Führungsspielers im Training.

Betreut wurde die U14-Mannschaft von Mitch Peciakowski und Peter Hiemetzberger. Zahlreiche Eltern begleiteten das Team nach Graz und sorgten für lautstarke Unterstützung von der Tribüne. Besonders erfreulich war zudem, dass mit Emilian Hahn, Bastian Hiemetzberger und Miko Peciakowski auch drei sehr junge Spieler wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Die Nachwuchstalente schnupperten erstmals ÖMS-Luft und konnten wichtige Eindrücke für ihre eigene sportliche Entwicklung mitnehmen.

Im Waldviertel ist man stolz darauf, sich regelmäßig mit den großen Volleyballzentren und Städten Österreichs messen zu dürfen. Trotz deutlich kleinerer regionaler Möglichkeiten gelingt es dem Verein immer wieder, starke Nachwuchsspieler zu entwickeln und sich auf nationaler Ebene zu behaupten. Die wiederholten ÖMS-Teilnahmen bestätigen, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist – nachhaltig, sinnvoll und als wichtige Ergänzung zum Bundesliga-Betrieb sowohl sportlich als auch sozial von enormer Bedeutung.