Nordmänner holen Bronze

Die Ausgangssituation war klar: ein Do-or-die-Match in Bleiburg. Nach dem 3:0-Sieg vor einer Woche in Kärnten reisten die Waldviertler mit breiter Brust an.

Der erste Satz war geprägt von vielen knappen Entscheidungen und entwickelte sich zu einem intensiven Duell auf Augenhöhe. Die Nordmänner liefen dabei lange einem knappen Rückstand hinterher, kämpften sich jedoch gegen Ende eindrucksvoll zurück und erspielten sich sogar Satzbälle. Aufgrund kleiner Eigenfehler mussten sie den Durchgang dennoch denkbar knapp mit 27:25 an Aich/Dob abgeben.
Zu Beginn des zweiten Satzes brachte vor allem der enorme Servicedruck der Kärntner die Nordmänner ins Wanken. Coach Mitch Peciakowski sah sich gezwungen, taktische Anpassungen vorzunehmen. Beim Stand von 19:15 schien der Satz bereits entschieden – die Gastgeber hatten die Medaille beinahe schon in der Hand. Doch die Waldviertler, bekannt für ihren unbändigen Kampfgeist, stemmten sich mit aller Kraft dagegen. Punkt für Punkt arbeiteten sie sich zurück ins Spiel, drehten den Satz in der Schlussphase und verwandelten schließlich ihren ersten Satzball zum umjubelten 25:23.
Plötzlich war alles wieder offen.
Mit neuem Selbstvertrauen starteten die Waldviertler furios in den dritten Satz und setzten sich schnell mit 7:1 ab. Spätestens jetzt war spürbar, dass die Nordmänner immer besser ins Spiel fanden. Mit großer Souveränität verteidigten sie ihren Vorsprung und brachten den Satz mit 25:22 nach Hause – die Wende im Spiel war geschafft.
Auf Seiten der Gastgeber machte sich zunehmend Verunsicherung breit – und genau dieses Momentum nutzten die Waldviertler gnadenlos aus. Im vierten Satz legten sie einen regelrechten Blitzstart hin. Mit aggressivem Spiel, hoher Konzentration und unerschütterlichem Willen bauten sie ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Zwar versuchten die Kärntner gegen Ende noch einmal alles und setzten die Nordmänner mit starkem Servicedruck unter Druck, doch diesmal ließen sich die Waldviertler nicht mehr aus der Ruhe bringen.
Zwei spektakuläre Blockpunkte besiegelten schließlich nicht nur den Satzgewinn, sondern auch den Triumph in der Best-of-3-Serie – und damit die Bronzemedaille in der Austrian Volley League Men.

Nach dem letzten Punkt kannte der Jubel keine Grenzen mehr: pure Emotionen in der JUFA Arena. Spieler, Betreuerstab und die lautstarken mitgereisten Fans feierten gemeinsam diesen verdienten Erfolg – ein Moment, der in Erinnerung bleibt.

Als wertvollster Spieler der Partie wurde Niklas Stoß ausgezeichnet, Außenangreifer der Union Raiffeisen Waldviertel . Topscorer der Niederösterreicher war Jan Markus Üprus. Der Diagonalspieler kam auf 17 Punkte. Auf Seiten von Aich/Dob war Luan Weber mit 16 Punkten der erfolgreichste Scorer.

Mit diesem Ergebnis bestätigen die Waldviertler eindrucksvoll ihre Zugehörigkeit zur Spitze des österreichischen Volleyballs. Das ursprünglich gesetzte Ziel, unter die Top 4 im Cup und in der Meisterschaft zu kommen, wurde nicht nur erreicht, sondern mit der Bronzemedaille sogar übertroffen.

Ein perfekter Saisonabschluss für das Herren-Bundesligateam – gekrönt von Kampfgeist, Teamspirit und einem unvergesslichen Erfolg.

SK Zadruga Aich/Dob vs. Union Raiffeisen Waldviertel 1:3 (25:27, 25:23, 25:22, 25:22)